um
1750 – 1822 Ja dich, der vielen Anderen
befiehlt,
Doch Sklave eigner Leidenschaften lebt,
Den Gold und Ehre bis zum Himmel hebt,
Doch dem das feile Herz nach Bösem zielt,
Sag’ an, was ist dein Glück? Ein eitles Bild,
Das schön geträumt bald in die Luft entschwebt,
Weil es an keinem festen Punkte klebt
Und blinden Nebeltrug dem Auge spielt.
Beherrschet die Vernunft und dein Gewissen
Nicht immer deine Thaten, deine Triebe;
Bald wirst du deine Thorheit bitter büßen.
Das höchste Glück ist nur die Gottesliebe.
Die aber darf nur Himmlisches genießen.
Willst du das höchste Glück? De Tugend übe!
um
1750 – 1822 1.
Das Leben ist so kurz, und unsrer Sünden
So viele doch, die täglich wir begehen!
Doch größer noch wir Gottes Güte sehen.
Sein Vaterherz läßt gern Verzeihung finden.
Gott ist die Liebe. Laut umher verkünden
Ihn alle Wesen überall in Höhen
Und Thal. Er läßt der Blumen Düfte wehen,
An seinem Glanz die Sonnen sich entzünden.
Ob Donner krachen, Stürme ringsum wüthen;
Ein Vaterauge wacht und wird uns hüten.
Von ihm beschirmt darfst niemals du verzagen.
Und doch kannst du, von böser Lust besessen,
So deinen lieben Gott, o Mensch, vergessen
Und blind nach täuschenden Phantomen jagen?
2.
O lasse deinen stolzbethörten Wahn,
Der unabwendbar dich hinunterziehet,
Wo jeder Strahl der süßen Rettung fliehet!
O weiche von der breiten Sündenbahn!
In Gott nur fängt dein Glück, das reine, an;
Bei ihm allein dir Seligkeit erblühet.
Wer nur um eitle Weltlust sich bemühet,
Dem scheitert rettungsos des Heiles Kahn.
O sieh doch oft hinauf zu goldnen Sternen
In jenen wonnenvollen Erdenfernen,
Wo Gott, dein guter Vater, ewig wohnet!
Willst du dich keck gen sein Gebot vermessen?
Mit dir ist bald dereinst dein Grab vergessen,
Das nur umsonst mit später Reue lohnet.
um
1750 – 1822 Gott ist heilig. Was er
thut,
Was er will, ist allzeit gut.
Könnt’ ich doch von Sünden rein,
Könnt’ ich ihm mehr ähnlich seyn!
Von den Sünden zu befrei’n
Ladet er den Sünder ein
Durch sein heil’ges Opferblut
Gibt er uns zur Buße Muth.
Und ich glaub’, was Jesus lehrt,
Wie es seine Kirch’ erklärt,
Hoffe so das ew’ge Leben.
Gott, von Herzen lieb’ ich dich
Und den Nächsten so wie mich.
Kraft dazu wirst du mir geben.